PSY II - Curriculum Psychosomatische Medizin

Ziel dieses Diploms soll sein, dass der Arzt in der Lage ist, die biologische, psychologische und soziokulturelle Dimension des Patienten parallel zu erfassen, zu gewichten, die Wechselwirkung zu erarbeiten und in die Diagnostik und in das ärztliche Gespräch und das ärztliche Handeln einzubeziehen. Die Grenzen der psychosomatischen Grundversorgung und die Überschneidungen zur Psychiatrie und Psychotherapie sollen ebenso erkannt werden.

Durch die Vertiefung des wissenschaftstheoretischen Hintergrundes psychosomatischen Handelns (samt medizinphilosophischer Implikationen), durch erweiterte Kenntnisse des Zusammenspiels psychosozialer und biologischer Faktoren, durch theoretische und praktische Kenntnisse der basalen psychisch wirksamen krankheitsverändernden Interventionen sowie durch das Erlernen einer psychologischen Entspannungsmethode wird der Arzt in die Lage versetzt, eine „psychosomatische Gesamtdiagnose“ und einen dementsprechenden multimodalen Behandlungsplan zu erstellen.

 

Lernziel dieses Curriculums ist somit die „psycho-somatische Grundversorgung“. Das heißt, der Arzt soll aufgrund seiner Anamnesetechnik in der Lage sein, die verschiedenen Ebenen (die biologische, psychische und soziokulturelle Dimension) des Patienten in einem Arbeitsgang zu erfassen (Simultandiagnostik sensu Hahn), mittels seiner theoretischen Kenntnisse zu gewichten, ihre Wechselwirkung zu erarbeiten und diese Diagnostik auch in eine umfassende Therapie (Simultantherapie sensu Hahn) einzubeziehen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auch im Aufzeigen der Grenzen dieser psychosomatischen Grundversorgung bzw. deren Überschneidungen mit den Bereichen von Psychiatrie und Psychotherapie. Dieses Lehrziel soll zudem die Kompetenz fördern, mit diesen Fachdisziplinen kooperativ zusammen zu arbeiten.

 

Zusammenfassend haben die beiden Curricula PSY I (als 1 Semester dauender Einstieg) und PSY II (als weitere 4 Semester währender Aufbau-Lehrgang innerhalb der PSY- Diplom-Fortbildung) somit

(a) ein kognitives Lernziel über die Vermittlung theoretischer Grundlagen,

(b)ein pragmatisches Lernziel, durch praktische Erfahrung in der ärztlichen Gesprächstechnik, einer psychologischen Entspannungstherapie, der Erstellung einer biopsychosozialen (ganzheitlichen) Diagnose samt entsprechendem multimodalen Therapieplan, und

(c) ein emotionales Lernziel, welches über die Selbsterfahrung und Supervision den Arzt erleben lässt, dass er selbst das wichtigste diagnostische und therapeutische Instrument in seiner Beziehung zum Patienten ist.

 

 

Aktuelles Semesterprogramm Herbst/Winter 2017/2018

2017 - PSY II - 2. Semester  Druckversion>>>

 

2017 - PSY II - 4. Semester  Druckversion>>>

 

 

Informationen im Überblick

Anmeldung:

ab sofort per E-Mail an office@psygraz.at

WGPM-Sekretariat:

Fr. Martina Häusler, E-Mail: office@psygraz.at, Tel: 0676/340 20 30, Fax: 03174/4420 20

Inhaltliche Auskünfte:

Dr. Gerald Suchar, Tel: 0699/19251613, E-Mail: gerald.suchar@gmx.at

Teilnahmegebühr:

EUR 1.020,00 für das jeweilige PSYII Semesterprogramm

Ort für alle Veranstaltungen:

Univ.-Klinik für Med. Psychologie und Psychotherapie, LKH-Graz, Eingangsgebäude 3. Stock (Aufgang neben Café Gotthardt), Seminarraum oder Bibliothek (Lageplan)

Inhalte

Theorie

Organisatorisch erstreckt sich der theoretische Teil des Curriculums über 4 Semester (siehe Semesterprogramm)

1. Semester

-

Die psychosomatische Gesamtdiagnose

2. Semester

-

Spezielle Psychosomatik

3. Semester

-

Bio-psycho-soziales Krankheitskonzept

und dessen Anwendung an einer Fallarbeit

4. Semester

-

Spezielle Psychosomatik mit begleitender Supervision

bei der Umsetzung

Selbsterfahrung

Die erforderliche Selbsterfahrung kann sowohl in Form einer Einzel-, als auch einer Gruppenselbsterfahrung absolviert werden.

Ein Teil dieser Selbsterfahrung muss kontinuierlich, zumindest über die Dauer von einem Jahr erfolgen. Fehlende Stunden können auch als Block (z.B. über die Teilnahme an einem der Gleichenberger Psychotherapieseminare Ende April bzw. Ende Oktober) absolviert werden. Die Universitätsklinik für Medizinische Psychologie und Psychotherapie bietet im Rahmen jedes Gleichenberger Oktoberseminars die Möglichkeit, mit einer Selbsterfahrung im Block (40 Stunden). Diese Gruppe wird dann als Jahresgruppe weitergeführt. Sollte die Einzel- bzw. Gruppenselbsterfahrung außerhalb der von der Universitätsklinik für Medizinische Psychologie und Psychotherapie veranstalteten Angebote absolviert werden, müssen die jeweiligen Gruppenleiter bzw. Therapeuten durch den Lehrausschuss des PSY II- Diploms anerkannt sein.

Psychologische Entspannungsverfahren: Im Laufe dieser 4 Semester erlernen die Teilnehmer auch ein psychologisches Entspannungsverfahren (kontinuierliche Kleingruppenarbeit bestehend aus einer Einführung und 5 zweistündigen Blöcken)

Supervision 

Hier gelten die üblichen Rahmenbedingungen. Das heißt, die Teilnehmer besuchen eine der von der Universitätsklinik für Medizinische Psychologie und Psychotherapie angebotenen 14-tägig stattfindenden kontinuierlichen Balintgruppen. Die jeweiligen Gruppenleiter müssen jedoch vom Lehrausschuss für das PSY II – Diplom anerkannt sein. In den beiden letzten Semestern liegt der Schwerpunkt auf Supervision in Kleingruppen.

Dokumentation

Das Behandlungsjournal über 200 Stunden Praxis aus Psychosomatischer Medizin an Patienten dient zur Übung und zur Vertiefung von theoretischen und praktischen Wissen. Folgende drei Dokumentationen können in das Behandlungsjournal eingetragen werden:

A

  

Bericht über einen kritischen Vorfall

B

  

Erhebung einer bio-psycho-sozialen Anamnese

C

  

Dokumentation eines bio-psycho-sozialen Diagnose- und Therapieprozesse

 

Dokumentationsunterlagen

Diplomansuchen

Die Überprüfung der Voraussetzungen zur Einreichung für das PSY II – Diplom erfolgt über die "Wissenschaftliche Gesellschaft für psychotherapeutische Medizin". Die Einreichung und Verleihung der Diplome erfolgt über die Österreichische Akademie der Ärzte (ÖÄK-Diplom)

Arbeitsunterlagen - PSY II

Das biopsychosoziale Krankheitsmodell 

Dieses Modell beruht auf einem ganzheitlichen Verständnis von Krankheit und gilt inzwischen als die bedeutendste Theorie für die Beziehung zwischen Körper und Geist.

Leitfaden für das bio-psycho-soziale Arzt-Patient-Gespräch

Vorlage für das ärztliche Gespräch mit stationären Patienten.

Hornheide-Graz-Screening-Instrument

Ein Erhebungsbogen zur Erkennung von psychosozialem  Betreuungsbedarf bei stationären Patienten.

Theorie Körper-Seele-Einheit

Internationle Gesellschaft für biopsychosoziale Medizin

Euthyme Behandlungsverfahren in der Integrativen Verhaltenstherapie

Erschöpfung und Gegenregulation durch Urlauben

Meine psychologische Apotheke

Fallarbeit

Dieser Problembearbeitungs-Leitfaden wird als Vorlage zur Aufbereitung einer ganzheitlich orientierten Diagnostik und Behandlung verwendet. 

Aufklärungsregeln

PatientInnen haben einen gesetzlichen und moralischen Anspruch auf Information. Hier finden sich einige Regeln für das Mitteilen "schlechter" diagnostischer Nachrichten.

Verhalten in Stresssituationen

Analyse des kognitiven und emotionalen und pysiologischen Verhaltens, sowie deren Verhaltenskonsequenz.

 

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