Wissenschaft

Die PSY-Diplome – eine kurze Entwicklungsgeschichte

Zusammenfassung

In der internationalen Psychotherapiediskussion wird zwar Österreich, mit E. Feuchtersleben, S. Freud, A. Adler und deren Netzwerken, als Mutterboden der modernen Psychotherapie angeführt, die institutionelle Verortung an der Universität erfolgte aber erst im psychosozialen Umbruchsjahr 1968. Tragische kulturpolitische Krisen, mit zwei Weltkriegen, verdrängten besonders an den Medizinischen Fakultäten das ursprüngliche Vertrauen in die gestaltende Kraft der Psyche und in die heilsame Wirkung menschlicher Beziehung aus dem Lehrplan. Erst 1980 wurden Medizinische Psychologie und Psychotherapie wieder zu einem Prüfungsfach im Medizinstudium. Einige Jahre danach wurden mit den PSY-Diplomen die praxisrelevanten Curricula der psychosozialen, psychosomatischen und psychotherapeutischen Medizin durch die Österreichische Ärztekammer eingeführt. Die große Zustimmung die diese PSY-Diplome unter den österreichischen Ärztinnen und Ärzten fand, deckt sich mit dem soziologischen Befund, wonach dieses Asklepios zugeschriebene „zuerst heile durch das Wort“ in Österreich eine sehr hohe kulturelle und gesellschaftspolitische Anerkennung aufweist.  Authentische Kommunikation, kritische  Empathie, Mentalisierungsfähigkeit und Emotionale Intelligenz erkennen wir heute nicht nur als Merkmale psychotherapeutischer Ärztinnen und Ärzte, sondern auch als professionelle, sich stets weiterentwickelnde Techniken allgemein ärztlicher Verantwortung, aber auch als wesentliche Leitlinien gesunder Wirtschaft und guter Politik.

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Publikationsorgan

Psychologische Medizin

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(in Bearbeitung)