Curriculum
Die Systemische Therapie ist ein wirksames Verfahren im Einzel-, Paar- und Familiensetting und hat sich in den letzten 20 Jahren zu einer der am weitesten verbreiteten Ansätzen in der Psychotherapie entwickelt. Sie bezieht Systemtheorie, von der Kybernetik abgeleitete Theorien, wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Neurobiologie, Bindungs- und Säuglingsforschung mit ein und bezieht sich auf philosophische Erkenntnisse; sie versteht sich ressourcen -und lösungsorientiert<
Programm
Das gesamte Curriculum dauert drei Jahre und setzt sich aus den Jahren „rot“ „gelb“ und „grün“ zusammen. Ein Einstieg ist jährlich möglich. Der unterschiedliche Ausbildungsstand und Arbeitskontext wird im Lernen voneinander berücksichtigt.
Pro Jahr werden 5 Seminarwochenenden (Freitag 16.00 – 21.00 Uhr / Samstag 8.30 – 18.00 Uhr, jeweils 16 AE) und ein Vertiefungstag angeboten. Für NeueinsteigerInnen findet vor dem ersten Seminarwochenende ein virtuelles Einführungsseminar statt. Weiters ist in jedem Ausbildungsjahr die Teilnahme an einer Psy-Gruppenveranstaltung (Sonntag – Freitag, 40 AE) im Rahmen der Psychotherapiewoche in Bad Gleichenberg – fallweise im Frühjahr oder Herbst – vorgesehen. Dies wird entsprechend dem Curriculum einmal in der Systemischen Tradition, und in den beiden anderen Jahren in den jeweiligen Zusatzfächern (Integrative Verhaltenstherapie und Psychodynamische Therapie) organisiert.
Parallel dazu können die Kleingruppensupervisionstermine für die begleitenden 40 Einheiten Supervision pro Jahr durch die TeilnehmerInnen individuell mit einer Lehrtherapeutin vereinbart werden. Dort kann Erlerntes und im jeweiligen Arbeitskontext Angewandtes in der Kleingruppe vertieft werden.
Die Einzellehrselbsterfahrung ist von den TeilnehmerInnen selbst zu organisieren. Informationen dazu erhalten Sie von der Lehrgangsleiterin.
Vor Beginn der Ausbildung ist ein Aufnahmegespräch mit der Lehrgangsleiterin zu vereinbaren.
>> zu den Terminen im Ausbildungsjahr 2026
>> Termine und Curriculum 2026 zum Download
Informatives
Inhaltliche Auskünfte: | Dr.in Barbara Hasiba, E-Mail: barbara.hasiba@hasiba.at |
Organisatorische Fragen: | Sekretariat: Karoline Schwaiger, MA |
Teilnahmegebühr: | ca. EUR 3.300,00 * |
Ort der Seminarveranstaltungen: | Campus Med Uni Graz, Neue Stiftingtalstrasse 6, 8010 Graz |
* je nach Teilnehmer:innenanzahl
** beinhaltet alle Theorieseminare, Gruppen- und Einzelsupervisionen, Gruppenselbsterfahrung und Balintgruppen. Ausgenommen ist die Einzellehrselbsterfahrung (50 AE in 3 Jahren).
Seminarthemen
Die Themen repräsentieren das, was in den letzten Jahren durch die Teilnehmenden und Lehrtherapeuten in einem wechselseitigen Prozess angeregt den Anforderungen entsprechend kontinuierlich weiter entwickelt wurde.
Die Seminarwochenenden sind so aufgebaut, dass jeweils Basiskompetenzen (wie z.B. Interventionen, die Frage des Settings, Rolle des Therapeuten / der Therapeutin, Diagnostik, Prozessaufbau, … ) zusammen mit den störungsspezifischen Kompetenzen an Hand des jeweiligen Seminarthemas vermittelt werden.

Ausbildungsjahr 2026 (rot)
Seminarwochenende:
- Therapiegeschichte, Prozess- und Beziehungsgestaltung
- Hypnosystemische Interventionen, Metaphernarbeit
- Wohin darf die Reise gehen? Überlegungen und viele praktische Hilfestellungen für die Therapie mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien
- Systemisches Fragen, Zirkularität, Skulpturarbeit
- Interdisziplinärer Vertiefungstag - Reflexion aus der Perspektive der verschiedenen Schulen: "Essstörungen"
- Narrative Therapie und Interventionen, kreative therapeutische Methoden
Seminarwoche in Bad Gleichenberg im Frühjahr:
- Hauptfach: Systemische Therapie

Ausbildungsjahr 2027 (gelb)
Seminarwochenende:
- Angst und Panik, Zwang, Intervention, Prozess
- Körperarbeit, Skulptur, Genogramm
- Persönlichkeitsstörungen aus systemischer Perspektive
- Von der berauschten Sehnsucht zum Lob des Zauderns - Systemische Therapie süchtigen Verhaltens mit dem Schwerpunkt „Alkoholabhängigkeiten“
- Interdisziplinärer Vertiefungstag - Reflexion aus der Perspektive der verschiedenen Schulen
- Teilsprachliche und kreative Interventionen (Systembrett, Collage, Timeline, Visualisierungen, Ressourcenarbeit, Metaphernarbeit, …)
Seminarwoche in Bad Gleichenberg / Frühjahr oder Herbst:
- Zusatzfach: Integrative Verhaltenstherapie

Ausbildungsjahr 2028 (grün)
Seminarwochenende:
- Depression, Suizidalität, Krisenintervention und Verlusterfahrungen
- Bordeline Störung - Ambivalenz und Dilemmata - unter Beachtung der interaktionellen Perspektive
- Essen und Nahrung - Störungsspezifisches Vorgehen in der systemischen Psychosomatik/Psychotherapie
- Innere Achtsamkeit in der therapeutischen Beziehung
- Interdisziplinärer Vertiefungstag - Reflexion aus der Perspektive der verschiedenen Schulen
- Paartherapie im Setting, Paartherapeutische Fragestellungen (Affären, Sexualität, Gewalt)
Seminarwoche in Bad Gleichenberg im Frühjahr/Herbst:
Zusatzfach: Psychodynamische Therapie

Team
Lehrgangsleitung:
Dr.in med. Barbara Hasiba
LehrtherapeutInnen, Lehrbeauftragte und Gastvortragende (seit 1995):
Prim. Doz. Dr. med. Günther Bergmann
Dr. Anna Cavini
Andrea Ebbecke-Nohlen
OA DDr. med. Martin Enge
Ingrid Egger, MSc
Birgit Falkensteiner
Mag. Stefan Geyerhofer
Dr.in med.univ. Monika Glawischnig-Goschnik
Univ.-Doz. Dr. med. Konrad Grossmann
Dr.in med.univ. Barbara Hasiba
Dr. Otto Hofer-Moser
Renate Hutter, MSc
Dr. David Kaufmann
Dr. Rudolf Klein
Dr.in Michaela Klug
Dr.in phil. Sigrid Lexel-Gartner
Mag. Dr. Klemens Meister
Dr.in Helga Mezgolich
Prim.a Dr.in Cornelia Oesterreich
Dr.in med.univ. Luise Reddemann
Dr.in phil. Carmen C. Unterholzer
Dr.in med.univ. Jolana Wagner-Skacel
OA Dr.in med.univ. Anna Wink
u.a.
LehrtherapeutInnenliste für Einzel-Selbsterfahrung
zu absolvieren sind insgesamt 50 AE in 3 Jahren, davon min. 10 und max. 50 im eigenen Hauptfach bei insgesamt maximal 2 akkreditierten Selbsterfahrungs-Lehrtherapeut:innen, dieser Teil ist selbst zu organisieren.
LehrtherapeutInnenliste für Einzel-Selbsterfahrung
SupervisionsgruppenleiterInnen
Dr.in med. Barbara Hasiba
Doz. Dr. med. Günther Bergmann
Ingrid Egger, MSc
Renate Hutter, MSc
OA DDr. med. Martin Enge
Dr.in phil. Sigrid Lexel-Gartner
Univ. Doz. Dr. med. Konrad Grossmann
OA Dr.in med. Anna Wink
Anmeldung
Nach der Anmeldung, dem Aufnahmegespräch und der Kurszusage erhalten Sie die Zugangsdaten zu Ihrem persönlichen Login-Bereich. Dort haben Sie Zugriff auf weitere Arbeitsunterlagen.
Unterlagen
Abschlussarbeiten
Was ermöglicht die Ausbildung?
Die Themen der Abschlussarbeiten von Absolventinnen und Absolventen des Systemischen Curriculums seit 1998 geben dazu einen Überblick.
>> Themen der Abschlussarbeiten
Seminarbezogene Skripten
Die TeilnehmerInnen erhalten an den Wochenendseminaren ein umfangreiches Skriptum. Es besteht aus Vortragsunterlagen, Literatur und Arbeitsunterlagen zu den jeweiligen Themen. Den Zugang zu den Arbeitsunterlagen erhalten Sie durch Ihren persönlichen Login-Zugang nach der Anmeldung.
Literaturhinweise
- Beher, S., Retzlaff, R., Schweitzer-Rothers, J. und Kirsten von Sydow (2006): Die Wirksamkeit der Systemischen Therapie/Familientherapie. Göttingen, Hogrefe.
- Bühring, P. (2006): Systemische Therapie: Wirksamkeit und Langzeiterfolge. Ärzteblatt PP 5, Ausgabe Oktober, S. 436
- De Shazer, S. (1989): Der Dreh. Überraschende Wendungen und Lösungen in der Kurzzeittherapie. Heidelberg (Carl-Auer).
- De Shazer, S. (1992): Das Spiel mit Unterschieden. Heidelberg (Carl-Auer).
- Fuchs, L. (2002): Systemische Therapie bei der Behandlung psychischer Störungen. Ein Überblick über Techniken, Methoden und Wirksamkeit. München, Grin Verlag.
- Grossmann, K. P. (2018): Wenn Kinder größer werden. Familientherapie mit älteren Kindern und Jugendlichen. Heidelberg, Carl-Auer.
- Grossmann, K. P. (2016): Psychotherapie mit Männern. Heidelberg, Carl-Auer.
- Grossmann, K. P. (2014): Systemische Einzeltherapie. Göttingen, Hogrefe.
- Grossmann, K. P. (2012): Langsame Paartherapie. Heidelberg, Carl-Auer.
- Klein, R. (2014). Lob des Zauderns: Navigationshilfen für die systemische Therapie von Alkoholabhängigkeiten. Heidelberg, Carl-Auer.
- Klein, R. (2002). Berauschte Sehnsucht: Zur amublanten systemischen Therapie süchtigen Trinkens: Zur ambulanten systemischen Therapie süchtigen Verhaltens. Heidelberg, Carl-Auer.
- Klein, R. und Kannicht, A. (2020). Einführung in die Praxis der systemischen Therapie und Beratung. Heidelberg, Carl-Auer.
- Ludewig, K. (1992): Systemische Therapie: Grundlagen klinischer Theorie und Praxis. Stuttgart; Klett-Cotta.
- Müller, B. (2015): Wirksamkeit Systemischer Therapie bei psychischen Störungen im Erwachsenenalter. Eine Metaanalyse randomisierter, kontrollierter Studien. Heidelberg, Carl-Auer.
- Rücker-Embden-Jonasch, u. A. Ebbecke-Nohlen (Hrsg) (2000): Balanceakte. Familientherapie und Geschlechterrollen; Heidelberg, Carl-Auer.
- Reddemann, L. (2013): Zeiten des Wandels - Die kreative Kraft der Lebensübergänge. Kreuz Verlag.
- Reddemann, L. (2013): Mit beiden Augen sehen - Leid und Ressourcen in der Psychotherapie. Stuttgart, Klett Cotta.
- Schlippe, A. von u. J. Schweitzer (2012): Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht).
- Schweitzer, J. u. A. von Schlippe (2009): Lehrbuch der systemischen The- rapie und Beratung II. Das störungsspezifische Wissen. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht), 3. Aufl.
- Unterholzer, C. (2017): Es lohnt sich einen Stift zu haben; Heidelberg, Carl-Auer.
- Wagner, E. (2020). Praxisbuch Systemische Therapie. Vom Fallverständnis zum wirksamen psychotherapeutischen Handeln in klinischen Kontexten. Stuttgart, Klett-Cotta.
- Wagner, E., Eckert, C., Hiesberger-Kamleitner, K. (2023). Borderline-Persönlichkeitsstörung (Störungen systemisch behandeln). Heidelberg, Carl-Auer.
- Wagner, E., Henz, K., Kilian, H. (2024). Persönlichkeitsstörungen (Störungen systemisch behandeln). Heidelberg, Carl-Auer.
- Welter- Enderlin, R. (1998): Gefühle und Systeme; Heidelberg, Carl-Auer.
- Welter- Enderlin, R. (2006): Resilienz – Gedeihen trotz widriger Umstände; Heidelberg; Carl Auer.
- Welter- Enderlin, R. (1996): Systemische Therapie als Begegnung. Stuttgart, Klett Cotta.
- White, M. u. D. Epston (1998): Die Zähmung der Monster. Heidelberg (Carl Auer), 3. Aufl.
Diplomansuchen
Die Überprüfung der Voraussetzungen zur Einreichung für das PSY III – Diplom erfolgt über die "Wissenschaftliche Gesellschaft für psychotherapeutische Medizin". Die Einreichung und Verleihung der Diplome erfolgt über die Österreichische Akademie der Ärzte (ÖÄK-Diplom)
Aktuelles aus 2020
Aufgrund der aktuellen Situation 2020 - covidbedingt - entstand in Zusammenarbeit von Dipl. Psych. Andrea Ebbecke-Nohlen und Dr. Barbara Hasiba folgender Artikel für Ihr Selfcare und für die Herausforderungen Ihrer PatientInnen:
>> Hilfestellung in Krisenzeiten